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Lebensplanung

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Brauchen wir einen Lebensplan?

Der rote Faden in unserem Leben

Dann und wann stellt sich die Frage, ob wir selber die Weichen für unseren Lebensplan stellen können. Denn es kann sein, dass wir trotz beruflichen Erfolgs und äußerem Wohlstand, von dem Gefühl beherrscht sind, letzten Endes doch nicht das erreicht zu haben, was ein Leben sinnvoll machen kann.

Die Zeit verfliegt, ein Termin folgt dem nächsten, die Wochen vergehen, Monate und Jahre huschen vorbei. Was ist geschehen, mit der unwiederbringlichen Zeit, was habe ich daraus gemacht?

Ist es mir geglückt, Wesentliches – das heißt für mich dem individuellen Wesen Entsprechendes zu erkennen, zu bewahren und weiterzuentwickeln? Oder bin ich im Strom täglicher Aktivitäten fast untergegangen, konnte ich nicht innehalten und Atem holen.

Habe ich mich wie in einem Boot treiben lassen, habe ich das Ruder in die Hand genommen und den Kurs selbst bestimmt – habe ich ein Ziel gehabt, hat sich dieses vielleicht verschoben, wurde es erreicht oder war es irgendwann gar nicht mehr so wichtig …. Lebensplan ist nicht das ständige Ausgebucht-Sein, nicht der überfrachtete Termin-Kalender. Im Gegenteil, rastlose Geschäftigkeit ist nicht selten ein Zeichen von Selbst-Flucht, ein Alibi dafür, dass ich beim besten Willen wichtige Dinge, die mich persönlich betreffen – jetzt nicht in Angriff nehmen kann.

Das Treiben Lassen bis zur inneren Lähmung und das Überaktiv-Sein haben eine gemeinsame Seite – wo das eigene Tun keine Befriedigung bringt, wo äußerer Erfolg fehlt bzw. keine innere Erfüllung entsteht schwindet unsere Lebendigkeit.

Eine wichtige Rolle spielen in diesem Zusammenhang die verschiedenen Lebensphasen. Anforderungen bzw. Themen in der entsprechenden Lebensphase ändern sich. Diese Veränderungen zu berücksichtigen, ist ein wichtiges Element im Lebensplan – zu merken, wann was dran ist. Die Lebensphasen können wir orientierend in Rhythmen von 7 Jahren etwa einteilen – denken wir an die Kindheit bis 7, die Schulzeit bis etwa 14 Jahren, die Jugend- und frühe Erwachsenenzeit bis ca. 21 und die Lebensabschnitte so weiter….

Aber formale Zeitabschnitte, Allgemeinplätze und vorübergehende Trends können uns da nicht wirklich weiterhelfen. Den eigenen Weg finden, heißt kreativ sein , schöpferisch – einen einfallsreichen Umgang mit sich selbst haben – kurz gesagt den Willen zur Gestaltung pflegen. Dabei ist bewusste Gestaltung des Lebens immer auch eine Frage von Erfolg und Misserfolg. Menschen, die die Weichen in ihrem Leben nicht bewusst gestellt haben und plötzlich erkennen, dass sie im Grunde an ihren Bedürfnissen vorbeigelebt haben, entwickeln ein Gefühl des Unbehagens, da in unsere Zeit nicht selten anzutreffen ist, man könnte es auch Versäumnisangst nennen, eine Art Torschlusspanik über einen langen Zeitraum. Dieses Unbehagen verursacht ein Gefühl der Sinn-Losikgeit, kann sein, dass man fremdbestimmten Sachzwängen ausgeliefert ist, dass man glaubt kostbare Lebenszeit zu opfern, ohne dabei selbst zum Zug zu kommen. Folgen davon sind vielfältig, z.B. kritiklose Anpassung, an vorhandene Lebens- und Arbeitsbedingungen, Machtstreben, statt sozialen Verhaltens und Solidarität, Konsumieren, statt kreativer Einfälle, innere Leere statt emotionaler Bereicherung, aber auch Flucht in Suchtverhalten.

Zur bewussten Einleitung neuer Lebensphasen und zu deren schöpferischer Gestaltung, die in den unterschiedlichen Lebensphasen auch unterschiedlich aussieht, führt kein Weg daran vorbei, von Zukunft zu sprechen:

1. der Zukunft, die vorgegeben ist und nach irdischen Gesetzen der Trägheit und Abnützung verläuft, sie ist uns gewiss und hat mit zeitlicher Begrenzung zu tun, von allem Anfang an – die passive Zukunft.

2. von der neu entstandenen Zukunft, eine unvorhersehbare, überraschende, die immer wieder von uns auch miterschaffen wird, durch unsere eigene Weise, mit einer gegenwärtigen Situation umzugehen – unsere aktive Zukunft. Sie kann werden durch unser Verlangen nach Leben, nach Sinn, nach Erkenntnis, nach Liebe , nach Echtheit und nach Wachstum.

Diese sog. “Aktive Zukunft” ist auch Gegenstand unserer Lebensplanung.

Also:

Schaffen Sie sich eine Stunde störungsfreier Zeit in einer angenehmen Umgebung und nehmen Sie sich Zeit für einen wichtigen Brief – einen Brief an sich selbst über Ihren Lebensplan…

Die Grafik

Der erste Schritt ist

Das Potenzial

  • Analyse der beruflichen und persönlichen Stärken, Talente und Begabungen, Fähigkeiten, Erfahrungen und künftigen Entwicklungsmöglichkeiten
  • Analyse des bisherigen beruflichen Werdegangs
  • Definition der Erfahrungen – auch Lebenserfahrungen – Werte und Ideale
  • die eigene Persönlichkeit klar erkennen und ausbauen
  • Definition der beruflichen Wünsche und Ideen – Chancen sehen und nutzen
  • Analyse und Definition des ureigenen Potenzials
  • Behalten Sie dabei den Blick auf das Wesentliche!

Dann folgt

Das Konzept

  • Definition der Lebensziele und der Lebensqualität
  • Ziel-Visualisierung und Ziel-Beschreibung
  • Gegenüberstellung des persönlichen und beruflichen Potentials mit den momentanen und zukünftigen “Marktanforderungen” (Stärken-Nutzen-Analyse)
  • Definition der beruflichen und persönlichen Ziele, lang-, mittel- und kurzfristig
  • Definition der beruflichen Aufgabe und eigenen Philosophie
  • Definition von Arbeitsumfeld/Unternehmen, als auch privater Umgebung
  • Klarheit über Gemeinsamkeiten mit dem größtmöglichen Synergieeffekt zwischen den eigenen Stärken und dem entsprechenden Umfeld
  • Ist der Lebensplan bezahlbar? “Wirtschaftlichkeitsprüfung”

Schließlich muss auch eine

Umsetzung

her:

  • Erstellung des Mittel- und Maßnahmenkataloges
  • Terminplanung, lang-, mittel- und kurzfristig
  • Planung der konkreten Detailschritte
  • Beratung und Betreuung bei der Umsetzung

Die Grafik

Schreiben Sie sich einen Brief. Gehen Sie auf alle notwendigen Details ein und lassen Sie sich so viel Zeit, wie Sie brauchen. Verschließen Sie den Brief und lesen ihn am Ende jedes Jahre, oder machen Sie ihn zu Ihrem Bildschirmschoner. Aber behalten Sie Ihren Plan im Blick.

Das Geheimnis des Glücks

Eines Tages schickte ein Geschäftsmann seinen Sohn zu dem größten Weisen weit und breit, um ihm das Geheimnis des Glücks beizubringen. Der Jüngling wanderte vierzig Tage durch die Wüste, bis er schließlich an ein prachtvolles Schloss kam, das oben auf einem Berg lag. Dort wohnte der Weise, den er aufsuchen sollte. Anstatt nun einen Heiligen vorzufinden, kam der Jüngling in einen Raum, in welchem große Betriebsamkeit herrschte; Händler kamen und gingen, Leute standen in den Ecken und unterhielten sich, eine kleine Musikkapelle spielte leichte Melodien, und es gab eine festliche Tafel mit allen Köstlichkeiten dieser Gegend. Der Weise unterhielt sich mit jedem einzelnen, und der Jüngling musste zwei volle Stunden warten, bis er an der Reihe war. Der Weise hörte sich aufmerksam seine Geschichte an, sagte jedoch, er habe im Moment keine Zeit, ihm das Geheimnis des Glücks zu erklären. Er empfahl ihm, sich im Palast umzusehen und in zwei Stunden wiederzukommen.“Aber ich möchte dich um einen Gefallen bitten”, fügte der Weise hinzu und überreichte dem Jüngling einen Teelöffel, auf den er zwei Öltropfen träufelte. “Während du dich hier umsiehst, halte den Löffel, ohne dabei das Öl auszuschütten.” Der Jüngling stieg treppauf und treppab, ohne den Blick von dem Löffel zu lösen. Nach zwei Stunden erschien er wieder vor dem Weisen. “Na”, frage dieser, “hast du die kostbaren Perserteppiche in meinem Esszimmer gesehen? Und den prachtvollen Park, den der Gärtnermeister innerhalb von zehn Jahren anlegte? Und die schönen Pergamentrollen in meiner Bibliothek?” Beschämt musste der junge Mann zugeben, dass er nichts von alledem gesehen hatte, weil seine ganze Aufmerksamkeit dem Teelöffel mit dem Öl gegolten hatte, das ihm anvertraut worden war. “Also, dann zieh noch einmal los und schau dir all die Herrlichkeiten meiner Welt genau an”, sagte der Weise. “Man kann einem Menschen nicht trauen, bevor man sein Haus nicht kennt.”Nun schon etwas ruhiger, nahm er wieder den Löffel und machte sich erneut auf den Weg, doch diesmal achtete er auf all die Prachtgegenstände, die an den Wänden und an der Decke hingen. Er sah den Park, die Berge ringsherum, die Vielfalt der Blumen, die Vollendung, mit der jeder Kunstgegenstand am richtigen Ort eingefügt war. Zurück beim Weisen schilderte er ausführlich, was er alles gesehen hatte. “Aber wo sind die beiden Öltropfen, die ich dir anvertraute?” bemerkte der Weise. Als er auf den Löffel blickte, musste der Jüngling entsetzt feststellen, dass er sie verschüttet hatte. “Also, dies ist der einzige Rat, den ich dir geben kann”, sagte der weiseste der Weisen. “Das Geheimnis des Glücks besteht darin, alle Herrlichkeiten dieser Welt zu schauen, ohne darüber die beiden Öltropfen auf dem Löffel zu vergessen.”

aus: Der Alchemist von Paulo Coelho

Written by huehueteotl

February 28, 2008 at 5:35 pm

Posted in Psychology

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